Was es ist
Zwei antiretrovirale Wirkstoffe in einer Tablette, die im Blut und in den Schleimhäuten genug Wirkstoff halten, um HIV am Eintritt zu hindern.
Zwei Wirkstoffe in einer Tablette
PrEP — Präexpositionsprophylaxe — ist ein Medikament, das HIV-negative Menschen einnehmen, um sich vor einer Infektion zu schützen. Die orale PrEP vereint Tenofovirdisoproxil und Emtricitabin und ist als Generikum erhältlich.
Was das Medikament tut
Es hält im Blut und in den Schleimhäuten genug Wirkstoff, um das Virus schon beim Eintritt zu blockieren, bevor es sich vermehren kann. Es ist keine Impfung: Der Schutz besteht nur, wenn der Wirkstoff zum Zeitpunkt des Risikos vorhanden ist — deshalb zählt die Einnahmeweise so viel.
Sie schützt nur vor HIV
Keine Wirkung auf andere sexuell übertragbare Infektionen — Chlamydien, Gonokokken, Syphilis, Hepatitis, Mpox — und keine Verhütung. Kondome, Impfungen und regelmäßiges Screening behalten ihren Platz.
Für wen sie gedacht ist
Die Leitlinien bieten sie breit an, ohne Mindestzahl an Partnern und ohne Rechtfertigungspflicht.
Besonders angezeigt ist sie in folgenden Situationen:
Der Wunsch danach ist an sich Grund genug, darüber zu sprechen: Wenn Sie meinen, einem Risiko ausgesetzt zu sein, ist die Sprechstunde der richtige Ort, das zu sagen. Ärztin oder Arzt schätzen die Situation mit Ihnen ein und schlagen das passende Schema vor.
Die beiden Schemata
Täglich oder nach Bedarf rund um den Sex — gleich wirksam, wenn sie eingehalten werden. Was empfohlen ist und wie lange es bis zum Schutz dauert, hängt vom Land ab.
In Deutschland schützt die tägliche PrEP nach 7 Tabletten. Bei Analverkehr wird noch 2 Tage nach dem letzten Risiko weiter eingenommen; bei rezeptivem Vaginalverkehr ist der Schutz nach 7 Tabletten erreicht und die Einnahme läuft 7 Tage weiter.
- Tag 1Eine Tablette pro Tag, immer zur gleichen Zeit, zu einer Mahlzeit.
- Nach 7 TablettenDer Schutz ist erreicht und bleibt bestehen, solange weiter eingenommen wird.
- AbsetzenNoch 2 Tage nach dem letzten Analverkehr weiter einnehmen, bzw. 7 Tage nach rezeptivem Vaginalverkehr.
Eine Tablette pro Tag, zur festen Uhrzeit, zu einer Mahlzeit. Es ist das einzige Schema, das für rezeptiven Vaginalverkehr, bei chronischer Hepatitis B und bei feminisierender Hormontherapie gilt.
- 2 bis 24 Std. vorher2 Tabletten auf einmal.
- SexDer Schutz besteht etwa zwei Stunden nach der Doppeldosis.
- 24 Std. später1 Tablette.
- 48 Std. später1 Tablette — danach Ende, wenn kein weiterer Sex folgte.
Validiert für Analverkehr, außerhalb chronischer Hepatitis B und feminisierender Hormontherapie. Geht der Sex weiter: eine Tablette täglich, Ende zwei Tage nach dem letzten Kontakt.
In Österreich schützt die tägliche PrEP nach 7 Tabletten. Bei Analverkehr wird noch 2 Tage nach dem letzten Risiko weiter eingenommen; bei rezeptivem Vaginalverkehr ist der Schutz nach 7 Tabletten erreicht und die Einnahme läuft 7 Tage weiter.
- Tag 1Eine Tablette pro Tag, immer zur gleichen Zeit, zu einer Mahlzeit.
- Nach 7 TablettenDer Schutz ist erreicht und bleibt bestehen, solange weiter eingenommen wird.
- AbsetzenNoch 2 Tage nach dem letzten Analverkehr weiter einnehmen, bzw. 7 Tage nach rezeptivem Vaginalverkehr.
Eine Tablette pro Tag, zur festen Uhrzeit, zu einer Mahlzeit. Es ist das einzige Schema, das für rezeptiven Vaginalverkehr, bei chronischer Hepatitis B und bei feminisierender Hormontherapie gilt.
- 2 bis 24 Std. vorher2 Tabletten auf einmal.
- SexDer Schutz besteht etwa zwei Stunden nach der Doppeldosis.
- 24 Std. später1 Tablette.
- 48 Std. später1 Tablette — danach Ende, wenn kein weiterer Sex folgte.
Validiert für Analverkehr, außerhalb chronischer Hepatitis B und feminisierender Hormontherapie. Geht der Sex weiter: eine Tablette täglich, Ende zwei Tage nach dem letzten Kontakt.
In Schweiz schützt die tägliche PrEP nach 7 Tabletten. Bei Analverkehr wird noch 2 Tage nach dem letzten Risiko weiter eingenommen; bei rezeptivem Vaginalverkehr ist der Schutz nach 7 Tabletten erreicht und die Einnahme läuft 7 Tage weiter.
- Tag 1Eine Tablette pro Tag, immer zur gleichen Zeit, zu einer Mahlzeit.
- Nach 7 TablettenDer Schutz ist erreicht und bleibt bestehen, solange weiter eingenommen wird.
- AbsetzenNoch 2 Tage nach dem letzten Analverkehr weiter einnehmen, bzw. 7 Tage nach rezeptivem Vaginalverkehr.
Eine Tablette pro Tag, zur festen Uhrzeit, zu einer Mahlzeit. Es ist das einzige Schema, das für rezeptiven Vaginalverkehr, bei chronischer Hepatitis B und bei feminisierender Hormontherapie gilt.
- 2 bis 24 Std. vorher2 Tabletten auf einmal.
- SexDer Schutz besteht etwa zwei Stunden nach der Doppeldosis.
- 24 Std. später1 Tablette.
- 48 Std. später1 Tablette — danach Ende, wenn kein weiterer Sex folgte.
Validiert für Analverkehr, außerhalb chronischer Hepatitis B und feminisierender Hormontherapie. Geht der Sex weiter: eine Tablette täglich, Ende zwei Tage nach dem letzten Kontakt.
In Anderswo schützt die tägliche PrEP nach 7 Tabletten. Bei Analverkehr wird noch 2 Tage nach dem letzten Risiko weiter eingenommen; bei rezeptivem Vaginalverkehr ist der Schutz nach 21 Tabletten erreicht und die Einnahme läuft 28 Tage weiter.
- Tag 1Eine Tablette pro Tag, immer zur gleichen Zeit, zu einer Mahlzeit.
- Nach 7 TablettenDer Schutz ist erreicht und bleibt bestehen, solange weiter eingenommen wird.
- AbsetzenNoch 2 Tage nach dem letzten Analverkehr weiter einnehmen, bzw. 28 Tage nach rezeptivem Vaginalverkehr.
Eine Tablette pro Tag, zur festen Uhrzeit, zu einer Mahlzeit. Es ist das einzige Schema, das für rezeptiven Vaginalverkehr, bei chronischer Hepatitis B und bei feminisierender Hormontherapie gilt.
- 2 bis 24 Std. vorher2 Tabletten auf einmal.
- SexDer Schutz besteht etwa zwei Stunden nach der Doppeldosis.
- 24 Std. später1 Tablette.
- 48 Std. später1 Tablette — danach Ende, wenn kein weiterer Sex folgte.
Validiert für Analverkehr, außerhalb chronischer Hepatitis B und feminisierender Hormontherapie. Geht der Sex weiter: eine Tablette täglich, Ende zwei Tage nach dem letzten Kontakt.
Was wir über die Wirksamkeit wissen
Die Wirksamkeit hängt nicht vom Glück ab, sondern von der Regelmäßigkeit.
Studien, die den Wirkstoffspiegel im Blut gemessen haben, zeigen es deutlich: Entspricht der Spiegel einer korrekten Einnahme, sind Infektionen die große Ausnahme. Das erklärt auch den Abstand zwischen den Studienzahlen und der Wirksamkeit bei Menschen, die ihr Schema wie vorgesehen einhalten.
Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen
Die häufigsten Effekte betreffen den Magen-Darm-Trakt und sind vorübergehend; im Blick behalten muss man Nieren und Hepatitis B.
Vor dem Start: die Untersuchung
Eine Sprechstunde und eine Blutuntersuchung genügen.
- 1HIV-TestUnerlässlich, samt Einschätzung einer möglichen ganz frischen Infektion.
- 2HepatitisSerologien für Hepatitis B und C sowie Prüfung des Impfstatus (Hepatitis A und B, HPV).
- 3STI-ScreeningJe nach Praktiken: Syphilis, Chlamydien und Gonokokken (Rachen, Anus, Urin, Vagina).
- 4NierenfunktionEin Kreatininwert, um die Nieren vor dem Start zu prüfen.
- 5Das RezeptBesprechung des Schemas, der Verhütung falls relevant, und Ausstellung des Rezepts.
Die Kontrollen im Verlauf
Etwa alle drei Monate ein Termin: HIV-Test, STI-Screening, Folgerezept.
Der Abstand kann je nach Bedarf und Schema zwischen zwei und sechs Monaten liegen. Diese Kontrollen sind keine Formalität: Das wiederholte STI-Screening ist einer der am besten belegten indirekten Vorteile der PrEP, weil es Infektionen früh behandelt, die oft keine Symptome machen.
Wo Sie sie bekommen und was sie kostet
Wer die PrEP verordnen darf und wer sie bezahlt, unterscheidet sich je nach Land — das ist der Punkt, den Sie vor Ort prüfen sollten.
In Deutschland ist die orale PrEP seit dem 1. September 2019 Kassenleistung für gesetzlich Versicherte ab 16 Jahren mit substanziellem Risiko, einschließlich der vorgeschriebenen Kontrolluntersuchungen. Es gilt die übliche Zuzahlung — 10 € je Dreimonatspackung.
Die PrEP ist in Österreich verfügbar, die genauen Modalitäten konnten wir aber nicht bestätigen. Eine Beratungsstelle weiß, wer sie vor Ort verordnen darf.
Die PrEP ist in Schweiz verfügbar, die genauen Modalitäten konnten wir aber nicht bestätigen. Eine Beratungsstelle weiß, wer sie vor Ort verordnen darf.
Die PrEP ist in Anderswo verfügbar, die genauen Modalitäten konnten wir aber nicht bestätigen. Eine Beratungsstelle weiß, wer sie vor Ort verordnen darf.
Häufige Fragen
Die Fragen, die in der Sprechstunde am häufigsten kommen.
Ich habe eine Tablette vergessen, was nun?
Im täglichen Schema nehmen Sie sie, sobald Sie daran denken, ohne die nächste Dosis zu verdoppeln. Ein einzelnes Vergessen hebt den Schutz nicht auf, wiederholtes Vergessen schwächt ihn aber — bei vaginalem Risiko noch deutlicher. Bei Unsicherheit nach dem Sex ist eine Postexpositionsprophylaxe (PEP) innerhalb von 48 Stunden möglich, in der Notaufnahme oder in einer Beratungsstelle.
Kann ich aufhören, wann ich will?
Ja, aber nicht am selben Tag wie der letzte Sex. Wie lange Sie weiter einnehmen, hängt vom Schema und von der Art des Sex ab: Der Abschnitt zu den Schemata oben nennt Ihre Zahlen. Sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, besonders bei chronischer Hepatitis B, wo das Absetzen begleitet werden muss.
Brauche ich weiterhin Kondome?
Die PrEP schützt nicht vor anderen STI. Das Kondom bleibt das einzige Mittel, das auch dieses Risiko senkt; das vierteljährliche Screening der Kontrollen ergänzt das.
Ich nehme Hormone — passt das zusammen?
Ja. Bei feminisierender Hormontherapie wird das tägliche Schema empfohlen, da die Daten zum Bedarfsschema in dieser Situation nicht ausreichen. Mit hormoneller Verhütung gibt es ebenfalls keine Wechselwirkung.
Fällt das auf?
Die Tablette ist ein gängiges Generikum, auf der Packung steht nichts von HIV. In Ländern mit anonymen Zentren kann der ganze Weg außerhalb der Krankenakte bleiben.
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