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HIV-Prävention

PrEP: drei Wege, sich zu schützen

PrEP ist ein Medikament, das HIV-negative Menschen einnehmen, um sich vor einer HIV-Infektion zu schützen. Es gibt sie inzwischen in drei Formen — als Tablette, als Spritze alle zwei Monate und als Spritze alle sechs Monate — auch wenn nicht alle überall verfügbar sind.

Drei OptionenEine Tablette oder eine Spritze alle 2 oder 6 Monate
WirksamkeitNahe 100 %, wenn das Schema eingehalten wird
KostenKassenleistung in Deutschland, mit üblicher Zuzahlung
WoHausarztpraxis, Schwerpunktpraxis, Beratungsstelle
Zwei Männer, die sich lächelnd ansehen, im Freien
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Die drei Optionen

Sie schützen gleich gut. Der Unterschied liegt darin, was sie im Alltag verlangen — und was Sie vor Ort überhaupt bekommen.

Orale PrEP — die Tablette

Tenofovirdisoproxil und Emtricitabin, täglich oder nur rund um den Sex eingenommen. Mit Abstand die verfügbarste Option und die einzige mit einem Bedarfsschema.

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Cabotegravir — alle 2 Monate

Eine Spritze in den Gesäßmuskel, sechsmal im Jahr, Schutz ab Tag 7. In der EU und den USA zugelassen, aber nur in wenigen Ländern erstattet.

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Lenacapavir — alle 6 Monate

Eine Spritze unter die Haut, zweimal im Jahr, Schutz ab Tag 2 dank zwei Tagen Starttabletten. Die neueste Option und die am schwersten zugängliche.

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Tablette oder Spritze?

Alle drei schützen gleich gut, doch die orale PrEP ist überall der Ausgangspunkt: Die Spritzen sind Alternativen — für Menschen, denen die tägliche Tablette nicht liegt, und nur dort, wo sie verfügbar sind.

Orale PrEPCabotegravirLenacapavir
Für wenErste Wahl, für alleWenn die orale PrEP nicht infrage kommtWenn die orale PrEP nicht infrage kommt
Rhythmus1 Tablette täglich oder 2+1+1 rund um den Sex1 Spritze alle 2 Monate1 Spritze alle 6 Monate
Schutzbeginn2 Stunden (2-1-1) bis 3 Wochen7 Tage nach der 1. SpritzeAb Tag 2 mit den Starttabletten
Bedarfs-PrEPJa, für AnalverkehrNein — fester RhythmusNein — fester Rhythmus
KontrollenHIV-Test alle 3 MonateHIV-Test vor jeder SpritzeHIV-Test vor jeder Spritze
Absetzen2 bis 7 Tage nach dem letzten SexÜbergang über 2 MonateÜbergang über ~6 Monate
Was Sie organisierenJeden Tag daran denkenSechs Termine im JahrZwei Termine im Jahr
VerfügbarkeitFast überallWenige LänderSehr wenige Länder

Die orale PrEP ist überall die Option der ersten Wahl; die Spritzen sind Alternativen, wenn sie nicht passt. Man kann trotzdem in beide Richtungen wechseln: Der Wechsel von der Tablette zur Spritze erfolgt am Tag des Absetzens, ohne Schutzlücke. Das wird in der Sprechstunde entschieden, nicht allein im Voraus.

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Wie der Einstieg abläuft

Vier Schritte, und in Deutschland nichts, wofür es eine Klinik bräuchte.

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    Ein HIV-TestVor dem Beginn unerlässlich: Eine PrEP wird nicht ohne bekannten Status begonnen, denn ein Start bei unentdeckter Infektion begünstigt Resistenzen.
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    Eine SprechstundeIn der Hausarzt- oder Schwerpunktpraxis oder in einer Beratungsstelle. Blutuntersuchung und Wahl der Option.
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    Das Rezept oder die erste SpritzeDie Tablette gibt es in der Apotheke; die Spritze setzt eine Ärztin, ein Arzt oder eine Pflegefachperson.
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    Die KontrollenEin Termin alle zwei bis drei Monate oder vor jeder Spritze: HIV-Test, STI-Screening, Folgerezept.
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Für wen sie gedacht ist

Die Leitlinien bieten die PrEP breit an — ohne Mindestzahl an Partnern und ohne Rechtfertigungspflicht.

Besonders angezeigt ist sie in folgenden Situationen:

Männer, die Sex mit Männern haben, und trans Personen mit Analverkehr ohne Kondom
Partnerinnen und Partner von Menschen mit HIV, deren Viruslast noch nicht unter der Nachweisgrenze liegt
Menschen, die Sexarbeit leisten
Menschen, die Drogen injizieren und Utensilien teilen
Menschen aus Regionen mit hoher HIV-Prävalenz oder mit Partnern von dort

Der Wunsch danach ist an sich Grund genug, darüber zu sprechen. Wenn Sie meinen, einem Risiko ausgesetzt zu sein, ist die Sprechstunde der richtige Ort, das zu sagen.

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Was die PrEP nicht leistet

Sie schützt vor HIV — und nur vor HIV.

Andere STI

Chlamydien, Gonokokken, Syphilis, Hepatitis, Mpox: Auf diese Infektionen hat die PrEP keinen Einfluss. Das Screening im Rahmen der Kontrollen findet sie früh, oft vor jedem Symptom.

Das Kondom bleibt sinnvoll

Es ist das einzige Mittel, das auch das Risiko anderer STI senkt, und lässt sich problemlos mit der PrEP kombinieren.

Verhütung

Die PrEP ist kein Verhütungsmittel und beeinflusst hormonelle Verhütung nicht: Beides lässt sich ohne Anpassung zusammen anwenden.

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Was es bei Ihnen gibt

Die orale PrEP ist fast überall verfügbar. Bei den Spritzen unterscheiden sich die Länder deutlich — das ist der Punkt, den Sie vor Ort prüfen sollten.

Deutschland

In Deutschland ist die Cabotegravir-Spritze zugelassen, aber keine Kassenleistung: Für die meisten Menschen bleibt die orale PrEP die realistische Option.

Was es kostet

In Deutschland ist die PrEP seit dem 1. September 2019 Kassenleistung, samt der vorgeschriebenen Kontrolluntersuchungen. Es gilt die übliche Zuzahlung von 10 € je Dreimonatspackung.

Österreich

In Österreich ist die orale PrEP die etablierte Option. Ob die Spritzen dort erhältlich sind, konnten wir nicht bestätigen — eine Ärztin, ein Arzt oder eine Beratungsstelle weiß das.

Was es kostet

Die PrEP ist in Österreich verfügbar, die Erstattungsmodalitäten konnten wir aber nicht bestätigen. Eine Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit kann das klären.

Wir konnten diesen Punkt für Ihr Land nicht anhand einer offiziellen Quelle bestätigen. Verstehen Sie ihn als Ausgangspunkt für ein Gespräch mit einer Fachperson, nicht als lokale Empfehlung.
Schweiz

In Schweiz ist die orale PrEP die etablierte Option. Ob die Spritzen dort erhältlich sind, konnten wir nicht bestätigen — eine Ärztin, ein Arzt oder eine Beratungsstelle weiß das.

Was es kostet

Die PrEP ist in Schweiz verfügbar, die Erstattungsmodalitäten konnten wir aber nicht bestätigen. Eine Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit kann das klären.

Wir konnten diesen Punkt für Ihr Land nicht anhand einer offiziellen Quelle bestätigen. Verstehen Sie ihn als Ausgangspunkt für ein Gespräch mit einer Fachperson, nicht als lokale Empfehlung.
Anderswo

In Anderswo ist die orale PrEP die etablierte Option. Ob die Spritzen dort erhältlich sind, konnten wir nicht bestätigen — eine Ärztin, ein Arzt oder eine Beratungsstelle weiß das.

Was es kostet

Die PrEP ist in Anderswo verfügbar, die Erstattungsmodalitäten konnten wir aber nicht bestätigen. Eine Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit kann das klären.

Wir konnten diesen Punkt für Ihr Land nicht anhand einer offiziellen Quelle bestätigen. Verstehen Sie ihn als Ausgangspunkt für ein Gespräch mit einer Fachperson, nicht als lokale Empfehlung.
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Wohin man sich wenden kann

Lokale Anlaufstellen zum Testen, für die PrEP oder für Fragen — vertraulich.

Deutschland
  • HIV-Kompass — Adressverzeichnis (Deutsche Aidshilfe)Finden Sie, wo Sie sich testen lassen oder PrEP bekommen können.
  • LIEBESLEBEN — Telefonberatung0221 89 20 31 · Mo–Do 10–22 Uhr, Fr–So 10–18 UhrInfo- und Beratungstelefon, vertraulich.
  • Deutsche Aidshilfe — Alles zur HIV-PrEPVerlässliche Informationen und Organisationen.
Österreich
Schweiz
Anderswo
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Häufige Fragen

Was vor einem ersten Termin am häufigsten kommt.

Muss ich meinen Wunsch begründen?

Nein. Sich einem Risiko ausgesetzt zu fühlen, reicht als Anlass, das ärztlich anzusprechen; die Situation wird dann gemeinsam eingeschätzt.

Ist das wirklich kostenlos?

Das hängt vom Land ab. In Deutschland ist die PrEP seit dem 1. September 2019 Kassenleistung für gesetzlich Versicherte ab 16 Jahren mit substanziellem Risiko — mit der üblichen Zuzahlung, also erstattet und nicht gratis. In anderen Ländern ist sie vollständig kostenlos. Der Abschnitt zur Verfügbarkeit zeigt Ihren Fall.

Kann ich die Option später wechseln?

Ja, in beide Richtungen. Die erste Spritze erfolgt am Tag des Absetzens der Tabletten, und beim Zurückwechseln beginnt die orale PrEP, bevor die Spritze aufhört zu schützen.

Muss ich in einer Klinik betreut werden?

In der Regel nicht. In Deutschland verordnen dafür qualifizierte Ärztinnen und Ärzte die PrEP, und die erste Spritze braucht kein Krankenhaus. Manche Länder behalten die injizierbare PrEP allerdings spezialisierten Zentren vor.

Schützt die PrEP vor anderen STI?

Nein, nur vor HIV. Das Screening bei den Kontrollterminen findet die anderen Infektionen, oft bevor Symptome auftreten.

Und wenn ich nach dem Sex unsicher bin?

Eine Postexpositionsprophylaxe (PEP) kann innerhalb von 48 Stunden begonnen werden, in der Notaufnahme oder in einer Beratungsstelle. Je früher, desto wirksamer.

Medizinischer Hinweis

Diese Seiten dienen der Information und Aufklärung. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und sind weder eine Diagnose noch eine Verordnung. Bei Fragen zur HIV-Prävention wenden Sie sich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit.

Quellen

Geprüft und aktualisiert im 16. August 2026